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Worthy is the Lamb

Würdig ist das Lamm - der Text aus der Offenbarung des Johannes liegt dem letzten Satz aus Messiah zugrunde und dem Deckenbild aus der Unionskirche Idstein.

Chorkonzert MESSIAH

Das Chorkonzert ist am Sonntag, 18. September 2011, 17 Uhr

Weitere Information

Öffentliche MESSIAH-Probe

Am Samstag, 17. September, beginnt um 19 Uhr eine Probe. Die prominenten Solisten, das Orchester und die Chöre treffen sich zur letzten Vorbereitung auf das Konzert. Kinder und Jugendliche sind dazu besonders eingeladen, für sie ist der Eintritt frei. Von Erwachsenen, die die Proben-Atmosphäre erleben wollen, erwarten wir eine Spende für die Kirchenmusik in St. Martin, vordringlich für den Kauf eines Cembalos.

2. Chorwochenende, Sopran
Titelseite
Aufbau

In der englischen Wikipedia wurde gefragt "Did you know ...?"

Schon gewusst ...
... dass Händels Oratorium Messiah aufgebaut ist in drei Teilen, nach einem Libretto über den christlichen Messias ausschließlich aus Bibelversen, überwiegend aus dem alten Testament? (18. Juli 2011)

Verkündigung an die Hirten, von Abraham Hondius, 1663
Teil 1

Schon gewusst ...
... dass die Verkündigung an die Hirten in Händels Messiah, Teil I, die einzige Szene aus einem Evangelium im ganzen Oratorium ist?
(23 July 2011)

Hallelujah, Handschrift
Teil II

Schon gewusst ...
... dass in Händels Messiah Teil II den berühmten Hallelujah-Chor enthält und den längsten Satz des Werkes, die Alt-Arie "He was despised" (Er war verachtet)?
(30. Juli 2011)

Schmerzensmann, Albrecht Dürer, 1512
Teil III

Schon gewusst ...
... dass in Händels Oratorium Messiah Teil III endet mit dem Chor "Worthy is the Lamb" aus der Offenbarung des Johannes und einer ausgedehnten Amen-Fuge?
(22. Juli 2011)

MESSIAH - das Werk


Händels Handschrift umfasst 259 Seiten, wobei er für einzelne Sätze auf frühere Kompositionen zurückgriff. Er passte sein Werk später mehrfach anderen Aufführungsbedingungen an, daher muss jede Aufführung eine Auswahl aus der überwältigenden Fülle treffen. Im Konzert in St. Martin werden die Teile I und III vollständig musiziert, in Teil II entfallen in der Passionsszene Rezitativ und Chor "He trusted in God", sowie einige Sätze nach der Himmelfahrtsszene.

 

Teil I

1

Das Werk beginnt mit einer Einleitung in der Form einer Französischen Ouverture.

2 Tröstet euch, mein Volk

Die ersten Worte sind "Comfort ye, comfort ye my people, saith your God" (Tröstet euch, tröstet euch, mein Volk, spricht euer Gott). gesungen von einer einzelnen Tenorstimme im Accompagnato, einem Rezitativ, das von Streichern begleitet wird. Der Prophet Jesaja schrieb diese Zusage Gottes in der babylonischen Gefangenschaft. Die Sätze 2 bis 4 sind auf fünf zusammenhängenden Versen aufgebaut, in denen der Prophet die Rückkehr nach Jerusalem ankündigt, Jes 40, 1-5. Davon vermittelt das Rezitativ, von Strichern begleitet, drei Verse.

3 Bereitet dem Herrn den Weg

Die Tenor-Aria führt die Worte ''Ev’ry valley shall be exalted'' aus, die häufig im Advent vorkommen, da sie von der Bereitung des Weges für den Herrn sprechen. Die Stimme vermittelt die Erhöhung der Täler in ausgedehnten Koloraturen, während "gerade" als lange Note erscheint.

4 Die Herrlichkeit des Herrn

Im vierten Satz singt erstmals der Chor, "And the glory, the glory of the Lord", (denn die Herrlichkeit des Herrn wird offenbart). Der Alt beginnt, die anderen Stimmen antworten, allmählich wird die Musik dichter. Die Worte "as the mouth of the Lord has spoken it" (Wie der Mund des Herrn gesprochen hat) sind als cantus firmus feierlicher gleicher langer Noten umgesetzt, der erst in unterschiedlichen Stimmen erscheint und am Schluss, nach einer spannungsvollen Pause, von allen zusammen bekräftig wird.

5 Der Herr kommt zu seinem Tempel

Der Bass beginnt das accompagnato: "Thus saith the Lord" ("So spricht der Herr"). Wieder werden die Worte Gottes, aufgezeichnet vom Propheten Haggai, einer Männerstimme anvertraut. Das "erzittern" in "und ich lasse alle Völker erzittern" ist mehrmals in abwärts gerichteten Koloraturen über mehr als einen Takt dargestellt, das Wort "Sehnen" in "und das Sehnen aller Völker wird erfüllt" in aufwärts gerichteten Koloraturen von mehr als zwei Takten, begleitet von erregten Tonwiederholungen. Dann beruhight sich die Musik plötzlich zu einer unbegleiteten Gesangslinie auf die Worte des Propheten Maleachi "dann kommt der Herr, den ihr sucht, plötzlich zu seinem Tempel".

6 Wer mag bestehen?

Die Prophezeiung wird in zwei weiteren Sätzen fortgesetzt. In einer dramatischen Arie zeigt der Alt das Zittern vor der erwarteten Erscheinung des Herrn in zwei Formen, die in Takt und Tempo kontrastieren. Auf die nachdenkliche Frage "But who may abide" (Wer mag bestehen) folgt die Feststellung, "prestissimo" vorgetragen: "For He is like a refiner's fire" (Denn er ist wie das Feuer eines Läuteres, - das reinigende Feuer im Schmelzofen), begleitet von einer flammenden Bewegung in den Streichern. Wie ein da capo kehrt die Frage wieder, diesmal kürzer, erneut abgelöst von der Feststellung, die ein letztes Mal, nach einer gestauten Pause, adagio erklingt, bevor der Satz mit der prestissimo-Musik der Streicher schließt.

7 Er wird reinigen

Der Chor setzt den Gedanken der Reinigung fort in einer Fuge "And he shall purify". Die Koloraturen auf dem Wort "purify" (reinigen) setzen die reinigenden Flammen der Arie fort. Der Satz ist eine Parodie von Quel fior che alla'ride, das Händel kurz zuvor komponiert hatte.

8 Siehe, eine Jungfrau wird schwanger

In Satz 8 von Händels Oratorium "Messiah" wird in einem kurzen Alt-Rezitativ die Verheißung des Propheten Jesaja vorgetragen: "Behold, a virgin shall conceive". Die Übersetzung des Namens Emmanuel, "Gott - mit uns" betont Händel durch eine Pause nach "Gott".

9 Gute Nachricht für Zion

Als ob die gute Nachricht verbreitet wird, singt erst der Alt, dann der ganze Chor "O thou that tellest good tidings to Zion". Es ist die erste Musik des Werkes in einem schwingenden 6/8-Takt. Koloraturen betonen die Worte "mountain" (Berg) und "glory" (Ehre), während die Worte "God" (Gott) und "Lord" (Herr) als lange Noten besonderes Gewicht haben. Die Chorstimmen beginnen nacheinander, als ob sie sich sammeln, doch dann singen sie gemeinsam ab "arise" (steh auf), das wie ein Signal als Quarte gesetzt ist (bekannt als Polizeisirene).

10 Dunkelheit bedecket die Erde

In starkem Kontrast singt der Bass im Accompagnato "For behold, darkness shall cover the earth", begleitet von Streichern in wiederholten Motiven in kleinen Sekundschritten. Wenn der Text sich wendet zu "but the Lord shall arise" (aber der Herr wird sich erheben), richtet die Melodie sich aufwärts und erreicht Koloraturen auf dem Wort  "glory" (Ehre).

11 Die Menschen im Dunkel

Der Gedanke wird fortgesetzt in der Arie "The people that walked in darkness". Die unsicheren Schritte im Dunkel werden durch eine unregelmäßig gehende Melodie dargestellt, der das Baßfundament fehlt, die Celli spielen mit der Singstimme. Immer wenn das Licht erwähnt wird, erhebt sich die Stimme über diese Bewegung in den Instrumenten.

12 Denn uns ist ein Kind geboren

Der Chor beendet die Szene mit Jesajas Worten "For unto us a Child is born". Leise beginnt der Sopran eine Fuge über ein Thema, das viele Pausen enthält. Wenn der Tenor das Thema übernimmt, beginnt der Sopran leichte schimmernde Koloraturen. Die Fortsetzung "und die Herrschaft liegt auf seiner Schulter" erklingt in feierlichen punktierten Rhythmen und gipfelt in den Ehrennamen "Won-derful", "Coun-selor", "The Mighty God", "The Everlasting Father", "The Prince – of Peace". Der Ablauf erscheint, immer variiert und gesteigert, viermal.

13 Wiegenlied

Die Hirten von Bethlehem werden mit einer instrumentalen Pastorale vorgestellt, genannt Pifa, nach den pifferare, die in den Straßen von Rom zur Weihnachtszeit Dudelsack spielten. Die schlichte Musik im 12/8-Takt steigt und fällt sanft wie ein Wiegenlied.

14 Und es waren Hirten in derselben Gegend

In einem kurzen Rezitativ erzählt der Sopran "There were shepherds abiding in the field". Genau wie Bach im Weihnachtsoratorium, hat Händel den Sopran bis zur Verkündigung an die Hirten nicht auftreten lassen.

15 Und siehe, des Herren Engel

Lebhafte Streicherfiguren, wie Flügelschlagen, begleiten den weiteren Bericht  "And lo, the angel of the Lord came upon them". In einfachem Rezitativ übermittelt der Sopran die Nachricht: "Fear not", Fürchtet euch nicht.

16 Und plötzlich war da bei dem Engel

Der Sopran erzählt weiter, "And suddenly there was with the angel", von der Ankunft der himmlischen Heerscharen, deren Flug mit vibrierenden Streicherfiguren dargestellt wir.

17 Ehre sei Gott in der Höhe

Händel wartete bis zum Gesang der Engel "Glory to God", um die Trompeten einzuführen. Er bezeichnete sie "da lontano e un poco piano" (aus der Ferne und etwas leise) und beabsichtigte ursprünglich, sie entfernt von der Bühne (in disparte) zu positionieren, um den Effekt der Entfernung herzustellen. Bei diesem ersten Erscheinen treten die Trompeten ohne die üblichen Pauken auf. Händels Interpretation der berühmten Worte ist genial einfach: "Glory to God, glory to God in the highest" wird von den hohen Stimmen gesungen, während "and peace on earth" (und Friede auf Erden) in den tiefen Stimmen liegt, die unisono beginnen, doch dann fällt der Bass um eine Oktave bei "on earth". In großem Kontrast wird "goodwill towards men" (den Menschen ein Wohlgefallen) in schneller Folge der Stimmen gesungen als ein Anwachsen guten Willens. Die Abfolge wird wiederholt, diesmal singen alle Stimmen den Anfang, erst in hoher, dann in tiefer Lage. Nach dem Gesang verschwinden die Engel, immer leiser, mit ausgedünnter Instrumentation, immer mehr Pausen und immer höher.

18 Freu dich sehr, Tochter Zion

"Rejoice greatly, O daughter of Zion" ist eine virtuose Sopran-Koloraturarie, die höchste Freude in beliebiger Situation ausdrücken könnte, auch in einer Oper. Ein Quartsprung beginnt, höhere Sprünge folgen, dann endlos scheinende Koloraturen. Der Grund zur Freude, die Ankunft des Königs, wird in punktierten Rhythmen dargestellt, die an die Französische Ouverture erinnern. Im Mittelteil der Arie, die in sanfterer Bewegung den Gerechten und Helfer beschreibt, der zu den Heiden von Frieden spricht, wird das Wort Frieden mehrfach durch lange ausgehaltene Tüne spürbar. Dann scheint ein da capo des Anfangs zu beginnen, doch nur die Anfangstakte sind genau gleich, dann beginnt ein noch sprühenderer Ausdruck der Freude als beim ersten Mal.

19 Die Augen der Blinden werden sich öffnen

In prophetischen Worten Jesajas erzählt der Alt im Rezitativ, was der Heiland tut: "Then shall the eyes of the blind open'd, ... and the tongue of the dumb shall sing".

20 Er weidet seine Schafe

Das Wirken des Messias wird zusammengefasst in einer Arie auf Worte von Jesaja aus dem Alten Testament und Worte von Matthäus aus dem Neuen Testament, die einzige wörtliche Rede Jesu im Oratorium. Die Jesaja-Worte "He shall feed His flock like a shepherd" wird vom Alt in wiegendem 12/8-Takt gesungen, das Jesus-Zitat als Erfüllung der Prophetie vom Sopran auf die gleiche Melodie in höherer Lage.

21 Sein Joch ist leicht

Matthäus setzt fort: "My yoke is easy" (Mein Joch ist leicht). Aber für den chorischen Abschluss von Teil I sind die Worte geändert zu "His yoke is easy" (Sein Joch ...). Leicht und beschwingt ist das Thema einer Fuge, die aus einem 1741 komponierten Duett für zwei Soprane "Quel fior che alla'ride" (HWV 192) abgeleitet ist. "His yoke" ist als Quartsprung gesetzt, "easy" als spielerische Koloratura, die in der Vorlage Lachen darstellte. Gegen Ende wird die Musik verdichtet und bekräftigt feierlich die Aussage.

Teil II

22 Seht, das Lamm Gottes

Der Eingangschor "Behold the Lamb of God" in g-Moll beginnt wie eine Französische Ouverture. Nach nur drei instrumentalen Takten tragen die Stimmen, das Zeugnis Johannes des Täufers vor, der wiederum an Jesaja anknüpft. Der Alt beginnt, der Sopran folgt nach einem halben Takt, dann der Bass, schließlich der Tenor. Nach dem ersten Sprung fällt die Melodie, doch steigt sie auf "that taketh away the sin of the world" (das die Sünde der Welt wegnimmt).

23 Er war verachtet

Jesaja schrieb mehrere Gesänge vom Schmerzensmann. Händel lässt die Beschreibung des Verachteten und Gemiedenen vom Alt singen. Es ist der längste Satz des Oratorium, der als da capo zuerst stockend vermittelt "He was despised, rejected of men" und dann im Mittelteil, begleitet von harten Schlägen im Orchester, ausmalt "He gave his back – to the smiters" (Er hielt seinen Rücken den Schlägern hin).

24 Fürwahr, er trug unsere Krankheit

In scharf punktiertem Rhythmus setzen Chor und Orchester Jesajas Gedanken fort: "Surely, He hath borne our grieves and carried our sorrows".

25 Und durch seine Wunden sind wir geheilt

Der Gedankengang wird fortgesetzt durch eine Fuge "And with His stripes we are healed". Ihr Thema beginnt mit einer Folge von fünf Noten, die Mozart in der Kyrie-Fuge seines Requiems aufgriff. Das Wort "healed" (geheilt) wird sowohl durch lange Melismen als auch langgehaltene Töne hervorgehoben.

26 Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe

Jesaja setzt fort mit einem Blick vom Schmerzensmann auf uns selbst: "All we like sheep, have gone astray". Händel beschreibt das Irren in unregelmäßigen, auseinanderstrebenden Figuren. Vorbild für den Satz ist ein Duett, das er kurz zuvor für zwei Sopranstimmen komponiert hatte. Der Satz schließt in einem plötzlichen spannungsvollen Adagio: "and the Lord hath laid on Him the iniquity of us all" (und der Herr legte auf ihn die Schuld von uns allen).

29 Die Schande bricht ihm das Herz

Der Tenor berichtet mit einem Vers aus Psalm 69 "Thy rebuke hath broken His heart". Schmerzliche chromatische Akkorde in ruhelosen Tonartwechseln schildern das gebrochene Herz. Die Tenorstimme erinnert an den Evangelisten in Bachs Passionen.

30 ... ob irgendein Schmerz ...?

Das Arioso für Tenor basiert auf einem Text, "Behold, and see if there be any sorrow", der oft mit Karfreitag in Verbindung gebracht wird, wobei sowohl an Jesus als an Maria gedacht wird. Die Frage stammt aus den Klageliedern Jeremias und beklagte die Zerstörung von Jerusalem.

31 Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten

Ganz knapp wird der Tod vom Tenor berichtet in Jesajas Worten: "He was cut off out of the land of the living".

32 Denn er ließ seine Seele nicht in der Hölle

Seine Auferstehung wird ebenfalls knapp in einem Psalmvers berichtet: "But Thou didst not leave his soul in hell".

33 Erhebt euch

"Lift up your heads" ist ein Abschnitt aus Psalm 24, der oft in der Adventszeit zitiert wird, den der Textdichter jedoch für die Darstellung der Himmelfahrt verwendet hat. Der Chor ist anfangs aufgeteilt in drei tiefe Stimmen, die fragen "Wer ist der König der Ehren?" und drei hohe Stimmen, die antworten "Es ist der Herr, stark und mächtig".

38 Wie schön sind die Füße der Friedensboten

Die Boten, die Frieden verkünden, werden in einer sanften Sopran-Arie im 3/4-Takt beschrieben, wie es Jesaja schrieb und Paulus in seinem Brief an die Römer zitierte: "How beautiful are the feet of them".

40 Warum toben die Heiden

In einer Bass-Arie werden die Schwierigkeiten geschildert, die der Verbreitung der Botschaft entgegenstehen, in Worten aus Psalm 2, "Why do the nations so furiously rage together".

42 Er der im Himmel wohnt

Ein kurzes Tenor-Rezitativ schildert den Spott Gottes über seine Gegner: "He that dwelleth in heaven".

43 Du wirst sie mit einer Eisenstange zerbrechen

Eine kraftvolle Tenor-Arie schildert Gottes Macht über seine Feinde nach Psalm 2: "Thou shalt break them with a rod of iron".

44 Halleluja

Der zweite Teil wird abgeschlossen durch den Chor "Hallelujah", in dem Händel mehrere Verse aus der Offenbarung des Johannes mit dem Ruf Halleluja zu einer Einheit verbindet. Es ist der bekannteste Satz des Oratoriums. Viele vermuten, dass er Teil I abschließt, weil er oft als Abschluss des Weihnachtsteils aufgeführt wird, oder finden, dass er ganz ans Ende gehört wegen seiner zündenden Schlusswirkung.

Teil III

45 Ich weiß, dass mein Erlöser lebt

In der Sopran-Arie "I know that my Redeemer liveth" kommt persönliche Gewissheit zum Ausdruck, in Worten aus dem Buch Hiob und dem 1. Korintherbrief. "For now is Christ risen" (denn nun ist Christus erstanden) ist in einer langsam aufsteigenden Melodie über mehr als eine Oktave geschildert.

46 Wie durch einen Menschen der Tod kam

Im Chor "Since by man came death" stellt Händel Tod und Auferstehung in krassem Gegensatz dar, den Tod in einem schweren chromatischen a cappella Satz darstellt, die Auferstehung in einem fröhlichen Allegro in aufsteigenden Dreiklängen mit dem Orchester. Der Kontrast wiederholt sich ein weiteres intensiviertes Mal, auf Adam und Jesus bezogen.

47 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis

Paulus schrieb an die Korinther über die Auferstehung der Toten Worte, die später auch Johannes Brahms in sein Deutsches Requiem übernahm. Händel beginnt mit einem Bass Accompagnato "Behold, I tell you a mystery". Motive wie Trompetensignale erscheinen in den Streichern auf die Worte "at the last trumpet" (bei der letzten Trompete).

48 Die Trompete wird klingen

Eine Bass-Arie "The trumpet shall sound" wird von einem ausgedehnten Trompetensolo eingeleitet. In der deutschen Bibelübersetzung ist die Rede von der letzten Posaune. Die Singstimme übernimmt die Trompetenmotive. Das Wort  "changed" (wir werden verwandelt) wird in immer neuen Melismen über mehrere Takte abgewandelt.

49 Der Tod ist verschlungen in den Sieg

Ein Alt-Rezitativ "Then shall be brought to pass", endet mit "death is swallow'd up in victory".

50 O Tod, wo ist dein Stachel?

"O death, where is thy sting?" ist ein Duett von Alt und Tenor über einem "walking bass" (laufenden Bass) des continuo. Der Satz basiert auf einem Duett für Sopran und Alt "Se tu non lasci amore" (HWV 193, 1722). Londoner Zuhörer wurden an Liebesduette erinnert, die oft Händels Opern beschließen, zum Beispiel Giulio Cesare.

51 Aber Dank sei Gott

Der Chor erweitert den Gedanken in gleicher Tonart und gleichem Tempo.

52 Wenn Gott für uns ist, wer kann wider uns sein

Als Kontrast zum anschließenden Schlusschor ist die Gewissheit, die Paulus im Römerbrief äußert, "If God be for us, who can be against us", als Arie gestaltet.

53 Würdig ist das Lamm, das geschlachtet war

Der Chor beginnt mit vollem Orchester einschließlich Pauken und Trompeten in feierlichem Largo die Vision nach der Offenbarung des Johannes, "Worthy is the Lamb that was slain". In belebterem Andante wird weiterentwickelt "zu nehmen Preis – und Schätze – und Weisheit – und Stärke – und Ehre – und Herrlichkeit – und Segen". In einer Fuge wird die Verherrlichung zusammengefasst. Ähnlich wie in Hallelujah erscheint darin wieder "for ever – and ever".

Ein ausgedehntes "Amen" krönt das Werk. Eine lange Melodie, die um eine Oktave aufsteigt, wird zuerst vom Bass vorgestellt, dann folgen nacheinander die übrigen Stimmen. Überraschend wird sie dann von den ersten Violinen unbegleitet gespielt. Ein choralartiger Satz mit der Melodie im Bass geht über in einen kontrapunktischen kunstreichen Aufbau. Der Satz schließt mit einem feierlichen zweimaligen Amen.

Manchen Zeitgenossen Händels erschien das Amen übertrieben, einer schrieb: "The fugue too, on Amen, is entirely absurd, and without reason." (Auch die Fuge auf Amen ist vollkommen absurd und sinnlos.)

Doch Daniel I. Block fasste 1997 über MESSIAH zusammen: "... in this piece we see the remarkable confluence of Hebrew theology and biblical truth, Italian operatic genius, English class, and German piety." - In diesem Werk fließen hebräische Theologie und biblische Wahrheit, italienisches Operngenie, englische Klasse und deutsche Frömmigkeit zusammen.


Dieser Abschnitt ist an die Übersicht Die Struktur des Werkes angelehnt, doch verwendet er die genaueren Satznummern des Quellentextes.