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Lobgesang

Am 6. Februar 2011 kehrte Christiane Kohl nach Idstein zurück und sang Sopran I in Mendelssohns Lobgesang, aufgeführt von der Idsteiner Kantorei und der Hessischen Kammerphilharmonie, geleitet von Carsten Koch, in der Unionskirche.

In Idstein fühle ich mich daheim

Für Verdis Requiem in die Heimatstadt: Christiane Kohl ist auf europäischen Opernbühnen unterwegs

 

Interview von Beke Heeren-Pradt mit der Sopranistin Christiane Kohl

Idsteiner Zeitung vom 13. November 2010

 

Am kommenden Wochenende wird sie zum ersten Mal kirchenmusikalisch aktiv sein in ihrer Heimatstadt Idstein: die Sängerin Christiane Kohl übernimmt die Sopranpartie in der „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi, die in zwei Konzerten am Samstag und Sonntag in der Pfarrkirche St. Martin an der Wiesbadener Straße von der Idsteiner Kantorei, dem Chor St. Martin und den Martinis aufgeführt wird.

 

Frau Kohl, wie ist Ihre Verbindung zu Idstein?

Christiane Kohl: Idstein ist meine Heimatstadt. Als ich ungefähr drei Jahre alt war, sind meine Eltern hier hergezogen. Ich bin hier aufgewachsen, in die Grundschule auf dem Taubenberg gegangen, habe an der Pestalozzischule 1995 mein Abitur gemacht. Ich habe in Salzburg studiert, war sieben Jahre lang an der Oper in Zürich, wohne jetzt in Berlin. Aber immer wenn ich nach Idstein komme, fühle ich mich daheim.

 

Sie haben in den vergangenen Jahren eine recht beachtliche Karriere als Opernsängerin gemacht. Wie kommt man dazu, Sängerin zu werden?

Meine Eltern sagen, ich habe schon als kleines Kind sehr viel und laut gesungen. Das Singen gehört anscheinend zu mir. In der Grundschulzeit war ich im Kinderchor der Unionskirche bei Gisela Schuster. Jedes Jahr zu Weihnachten gehörte es dazu, dass einige aus dem Chor auch kleine Solopartien übernehmen durften. Das war mit acht oder neun Jahren für mich das Highlight der Weihnachtszeit, wenn ich da allein an einer Säule in der großen Kirche mitten im Publikum stand und meine Zeile singen durfte. Später, während eines zweijährigen Aufenthaltes mit der Familie in den USA, bekam ich an meiner dortigen Schule den ersten Gesangsunterricht. Als wir wieder in Idstein zurück waren, ging ich in die Gesangsschule von Hans und Brigitte Schlaudt in Bermbach. Dort bereitete man mich auch vor auf die Aufnahmeprüfung fürs Studium.


Sie singen normalerweise Opern, die Idsteiner kennen Sie auch als gelegentlichen Gast im Neujahrskonzert mit dem Johann-Strauß-Orchester aus Wiesbaden. Wie sieht es sonst aus mit Kirchenmusik?

Während meiner Zeit in Zürich habe ich dort regelmäßig auch Oratorien gesungen mit den beiden großen Kirchenchören der Stadt, zum Beispiel zuletzt eine Bruckner-Messe und, was mich sehr beeindruckt hat, „König David“ von Honegger. Ich bin kein Spezialist für Barockmusik von Bach oder Händel, konzentriere mich lieber auf romantische Werke.

Das Verdi-Requiem singe ich zum ersten Mal. Das macht die Konzerte sehr spannend für mich. Bei der Erarbeitung habe ich viele musikalische Motive gefunden, die mir sehr bekannt waren aus den Opern. Eigentlich ist das Requiem wie eine große Oper.


Nach sieben Jahren Engagement an der Züricher Oper sind Sie jetzt freischaffend tätig. Was sind die Vorteile dieser Situation?

Ich habe sieben Jahre lang kleinere Rollen an einem großen Haus gesungen, jetzt habe ich die Möglichkeit, größere Rollen an kleineren Häusern zu singen. Das ist vor allem für die sängerische Weiterentwicklung wichtig. Als freischaffende Künstlerin bin ich flexibler für Anfragen von verschiedensten Orten. So singe ich zum Beispiel jetzt im November an der Oper Frankfurt in der dortigen Inszenierung von Wagners „Walküre“. So etwas ist mit festem Engagement nicht möglich.


Apropos Wagner: Sie haben in diesem Jahr auch in Bayreuth gesungen. Das ist doch sicher etwas Besonderes für eine Sängerin. Wie kommt man dorthin?

Ich hatte in Zürich großen Erfolg mit der Hauptrolle in einer unbekannten Oper von Richard Strauß („Intermezzo“), deren Regisseur Peter Schneider mich in Bayreuth ins Gespräch brachte. Dorthin wird man nur auf Empfehlung eingeladen. So bekam ich die Möglichkeit, dort vorzusingen und schließlich ein konkretes Angebot. Ich habe im Parzival, im Ring und in der Kinderoper gesungen. Das war toll, aber auch sehr viel Stress.


Wie geht es weiter in der nächsten Zukunft?

Nach dem Engagement in Frankfurt singe ich „Land des Lächelns“ an der Volksoper in Wien, danach die Contessa in „Figaros Hochzeit“ in Klagenfurt und anschließend „Die verkaufte Braut“ an der Komischen Oper in Berlin – und dann geht es wieder nach Bayreuth für den Sommer.