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Der Mensch als Ganzes

Goldenes Priesterjubiläum - Pfarrer Klaus Schmidt feiert in St. Martin

von Beke Heeren-Pradt in der Idsteiner Zeitung vom 14. Dezember 2010

 

"Wer nur den lieben Gott lässt walten" - am Ende des Festgottesdienstes anlässlich des Goldenen Priesterjubiläums von Idsteins langjährigem katholischen Pfarrer Klaus Schmidt erklang sein Lieblingschoral, gemeinsam gesungen von Gemeinde und Chor St. Martin, begleitet von Orgel und Capella Lignea.

 

Wenn dieser Satz, der weiter unten erweitert wird "Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut". zu einem Lebensmotto geworden ist, dann beleuchtet er die eine wesentliche Seite des Priestertums, die Nähe zu Gott. Die andere Seite, die der irdischen Tat, ist Klaus Schmidt, der am 8. Dezember 1960 im Limburger Dom zum Priester geweiht wurde, aber genauso wenig fremd. 30 Jahre war er tätig in der Pfarrei St. Martin in Idstein, ehe er 2005 in den Ruhestand ging. "Ich bin in 30 Jahren ein Idsteiner geworden", sagt er im Jubiläumsgottesdienst, "und ich fühle mich in dieser Gemeinde sehr wohl."

 

Das ist eher ungewöhnlich, dass ein Pfarrer, der 30 Jahre lang Dienst in einer Gemeinde tat, auch über seine Pensionierung hinaus in seiner Gemeinde bleibt - auch wenn ein Nachfolger seine Arbeit aufgenommen hat. Klaus Schmidt dankt auch dem, seinem Nachfolger Jürgen Paul, für die Kollegialität ihm gegenüber, die niemals Ressentiments spüren ließ. Und der ehemalige Pfarrer ist auch immer noch eingebunden in die pastorale Arbeit. Denn er hat einen Seelsorgeauftrag für den Pastoralen Raum Idsteiner Land, der zum Beispiel für das kommende Jahr bereits 29 Gottesdiensttermine beinhaltet.

 

Sieben Stellen als Kaplan und Pfarrer hatte Klaus Schmidt schon hinter sich, als er nach Idstein kam, um dort Pfarrer zu werden. Er kam aus einer Priestergemeinschaft aus dem Westerwald, wo er gemeinsam mit mehreren Kollegen einen Pastoralen Raum versorgt hatte - und in ständigem theologischen und seelsorgerlichen Austausch gewesen war. In Idstein war damals nur eine Gemeindereferentin, als katholischer Theologe war er allein. So kam es, dass er viele Praktikanten und Kaplane nach Idstein holte.

 

Einer von ihnen, Pfarrer Peter Hofacker aus Frankfurt, war am Sonntag im Festgottesdienst als Prediger dabei. Er würdigte Klaus Schmidt als einen, dem vor allem die Geistes- und Herzensbildung des Menschen am Herzen gelegen habe, der den Manschen als Ganzes immer im Blick habe. Neben der Theologie gehörten auch Kunst und Kultur zu seinem Leben, Feuilleton ebenso wie Sportteil der FAZ, Predigten ebenso wie launige Fastnachtsreden. Klaus Schmidt sei als Priester Mensch geblieben, attestierte Hofacker - "das gelingt nicht jedem".

 

Domdekan Günther Geis aus Limburg richtete als offizieller Vertreter die Glückwünsche des Bischofs aus. Er attestierte Klaus Schmidt, der zudem vor kurzem auch seinen 75. Geburtstag feiern konnte, ein besonderes Augenmerk auf die Kollegialität in der Priesterschaft, den gemeinsamen Weg aller. "Wenn's gut geht, geht's gut" - unter diesem Motto sah Geis den langen Dienst Schmidts in Idstein, der in dieser Form eher ungewöhnlich ist, ihm aber die Möglichkeit gab und gibt, die Früchte seiner Aussaat zu ernten. Und das tut Klaus Schmidt auch seit fünf Jahren über seine aktive Teit als Pfarrer hinaus. "Ich bin idsteiner geworden und will das auch bleiben", sagt er, der seit fünf Jahren in Niederems wohnt, selbst. Und er genießt auch die seelsorgerliche Tätigkeit in seinem (Un-)Ruhestand, denn: "Priester bleibt man sein Leben lang."