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Matthäuspassion am Palmsonntag 2009

Besetzung, Text, Plakat, Programm, Hintergrund, Partitur, Probenreportage

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Wiesbadener Tagblatt

Die Rezension im Wiesbadener Tagblatt vom 7. April 2009 ist online nachzulesen und kann direkt kommentiert werden. Übrigens stellt auch der Autor diesen Link zur Verfügung, sinnigerweise unter der Überschrift
Kraftvoll, sinnig und zupackend

Kraftvoll, samtig und zupackend

 

... Gleichermaßen kraftvoll und zupackend wie samtig in so manchem Choral umfasst die klangliche Färbung sämtliche Bereiche der notwendigen Skala. ...

 

07.04.2009 - IDSTEIN

Von Daniel Honsack

 

Die „Matthäuspassion" in St. Martin Idstein

 

Es bedarf großer Anstrengungen und einer gehörigen Portion Ausdauer wie Geduld, um Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion" zu stemmen.

 

Doch der Kirchenmusiker Franz Fink wusste genau, worauf er sich mit seinen Chören einließ, denn vor elf Jahren hatte er sich schon einmal an gleicher Stelle und in teilweise ganz ähnlicher Zusammensetzung der „Matthäuspassion" genähert. Viele Choristen und auch das Orchester „La Beata Olanda" waren bei der ersten Aufführung in St. Martin in Idstein mit dabei. Die Passion bietet wie nur wenige andere Werke dieser Größenordnung die Möglichkeit, sämtliche Ensembles der Kirche, den regulären Chor (Anmerkung der Webredaktion: damit ist der Chor St. Martin gemeint), den Kinderchor sowie die „Martinis" einzubinden.

 

Chor II, Martinis und Freunde, vor der öffentlichen Generalprobe am 4. April 2009

 

Fink ist ein erfahrener Kantor, dem es gelungen ist, seine Chöre zu einem anspruchsvollen Werk zu führen. Den Choristen ist anzumerken, wie sicher sie sich ihrer Sache sind und mit welchem Engagement sie sich in den vielen Proben zuvor eingearbeitet haben. Gleichermaßen kraftvoll und zupackend wie samtig in so manchem Choral umfasst die klangliche Färbung sämtliche Bereiche der notwendigen Skala. Pointiert sind die Einsätze, und immer wieder können die Chöre die komplexen Klangstrukturen der Musik Johann Sebastian Bachs transparent nachzeichnen und durchleuchten. Das Orchester bot eine professionelle Begleitung, insbesondere die Soli wurden präzise und sorgfältig ausgeführt. In Tempo-Fragen waren sich die Instrumentalisten hingegen nicht immer ganz einig.

 

Sehr unterschiedliche Persönlichkeiten waren im Solisten-Ensemble zusammen gekommen. Als Evangelist leistete Ulrich Cordes mit klaren Formulierungen und einer mitunter etwas metallischen, durchaus angemessenen Schärfe musikalische Höchstleistungen. Der Tenor aus der Kölner Sängerschmiede von Christoph Prégardien setzte sich mit dem Part auf sehr eindringliche und spannende Weise auseinander. Die Christusworte hatte Andreas Pruys übernommen, der überaus kernig und aussagekräftig zu singen wusste. Der junge Tenor Nik Kevin Koch stammt aus der gleichen Gesangsklasse wie sein Kollege Ulrich Cordes, reicht aber bisher nicht an dessen künstlerische Reife heran.

 

Als überlegener Einspringer für den erkrankten Markus Flaig ließ der renommierte Bass Klaus Mertens keinerlei Zweifel an seiner fachlichen Kompetenz aufkommen. Seine gezielten Phrasierungen, intelligent geführten Linien und ein bewusstes Nachspüren von Text und Musik gehörten zu den solistischen Höhepunkten der Aufführung. Unprätentiös und angenehm dicht formulierend präsentierte sich die Altistin Anne Bierwirth. Die Limburger Sopranistin Katia Plaschka schließlich gefiel mit einer interessanten herben Stimme und ihrem Verzicht auf übertriebene virtuose Vereinnahmung ihres Parts. Darüber hinaus erwies sie sich als eine fesselnde musikalische Erzählerin.