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Auch das „Kerzenausblasen" zählt zum Stimmtraining. Foto:RMB/Wolfgang Kühner
Matthäuspassion am 5. April 2009

In der Reihe zugehört erschien am 10. März 2009 der nebenstehende Artikel der Rhein Main Presse.

Am 7. März beobachtete Fotograf Wolfgang Kühner fast ungläubig das Einsingen von Chor I, so schien er sich eine Chorprobe nicht vorgestellt zu haben.

Eine sachkundige Reporterin erlebte den Beginn der ersten gemeinsamen Probe von Chor I und Chor II.

Zum Artikel gehörten auch Angaben zum Konzert.

Wiesbadener Tagblatt

Der Link zum Online-Angebot der Rhein Main Presse

Wiesbadener Kurier

Der Wiesbadener Kurier kündigte das Konzert am 30. März ausführlich an:
Musik als Predigt: Matthäuspassion in Idstein

pepper

Im pepper kamen die Martinis ins Bild.

Jeder Takt wird bearbeitet

Die drei Chöre von St. Martin in Idstein proben Bachs Matthäuspassion

Von Beke Heeren-Pradt

IDSTEIN. „Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden?" „Eröffne den feurigen Abgrund, o Hölle, zertrümmere, verderbe, verschlinge, zerschelle mit plötzlicher Wut den falschen Verräter, das mörderische Blut." Ungewohnt aggressive Töne dringen aus dem Idsteiner Bischof-Dirichs-Heim, dem Gemeindehaus der katholischen St. Martin-Gemeinde, am Wochenende nach außen: Kirchenchor, „Martinis" und Kinderchor proben gemeinsam zwei Tage lang für die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion am 5. April.

Zu einem „Feuerwerk von Zischlauten" feuert Kantor Franz Fink seine Chorsänger in dem doppelchörigen Satz „Sind Blitze, sind Donner" an. Im Zeitlupentempo wird erst einmal noch die Intonation des achtstimmigen Chorsatzes überprüft. „Ihr dürft keinen Ton fallen lassen - das hier ist wie eine Technikübung", ruft der erfahrene Kirchenmusiker seinen Sängern zu und erläutert noch einmal, dass auch Körperhaltung und -spannung ganz wesentlich beitragen zur sauberen Intonation eines Chorstückes. Vorsingen, nachmachen - das ist wesentliches Merkmal der Chorarbeit.

Franz Fink, langjähriger Kantor der katholischen Gemeinde in Idstein, hat seine drei Chöre in konsequenter technischer und musikalischer Arbeit so weit ausgebildet und geführt, dass sie die ganz großen Chor-Herausforderungen, wie die Matthäuspassion von Bach, gerne annehmen.

Seit dem Sommer wurde an dem zweiteiligen Werk, dessen Aufführung mit fünf Gesangssolisten etwa drei Stunden dauert, geprobt. Mittlerweile sind die Chöre längst über das reine Notenstudium hinaus. Es geht an die Erarbeitung der musikalischen Interpretation. „Sehr Vieles der Bedeutung in den großen Chorstücken wird erst plastisch durch die Sprache", erklärt Fink den Choristen, die sich an diesem Wochenende im Probenraum drängen. Denn normalerweise hat jeder Chor seinen eigenen Probentermin.

Ganz besonders groß ist die emotionale Bandbreite, die in der Matthäuspassion vom Chor herübergebracht werden muss: nicht nur das aggressive Höllenszenario, das sich nach dem Verrat Jesu entwickelt, auch die Trauer, die zum Beispiel im Eingangs- und Schlusschor zum Ausdruck kommt, müssen sängerisch umgesetzt werden. Tempo, Aussprache, Piano oder Forte - jeder Takt wird bearbeitet.

Kantor Franz Fink stellt immer wieder die inhaltlichen und theologischen Zusammenhänge her, in denen jeder Chorsatz zu sehen ist. Denn der Chor singt ja sowohl den Part des aufgebrachten Volkes als auch den des kontemplativen Kommentators in den Chorälen.

Die intensiven Proben des Wochenendes haben sich gelohnt. Zuversichtlich gehen die Chöre in die letzte Probenphase vor dem Konzert.