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Matthäus-Passion 1998

Am 15. März 1998 wurde die Matthäus-Passion erstmals in St. Martin aufgeführt mit
Max Ciolek I Evangelist
Max van Egmond I Vox Christi
Elisabeth Scholl I Sopran
Andreas Scholl I Alt
Robert Statford I Bass
Chor St. Martin
Kinderchor der ev. und kath. Kirchengemeinde
La Beata Olanda
Konzertmeisterin Claudia Hoffmann
Leitung: Franz Fink

 

Johann Sebastian Bach

Matthäuspassion

Palmsonntag
5. April 2009 I 17 Uhr I St. Martin Idstein

4. April 2009 I 17 Uhr I Öffentliche Generalprobe

Ulrich Cordes I Evangelist
Andreas Pruys I Vox Christi
Katia Plaschka I Sopran
Anne Bierwirth I Alt
Nik Kevin Koch I Tenor
(Markus Flaig I Bass - leider erkrankt, eingesprungen:)
Klaus Mertens I Bass

Chor St. Martin I Chor 1
Martinis I Chor 2
Kinderchor St. Martin

Barockorchester La Beata Olanda
Konzertmeisterin: Claudia Hoffmann

Leitung: Franz Fink

Karten zu 32,-€ I 28,- € I 25,-€

Das Konzert wird unterstützt von der Stadt Idstein, dem Förderkreis Kirchenmusik,
von der vr-bank und Autohaus Schneider
Der Kulturring Idstein setzt sich durch seine Publikation fördernd ein.

Der Text

Der Text der Matthäuspassion steht als PDF zur Verfügung.

Das Plakat

Das Plakat steht als PDF zur Verfügung.
Es basiert auf dem Bild
Christus mit Dornenkrone von Lucas Cranach d. Ä.
(um 1520/25).

Zum Hintergrund

Programmnotizen von Franz Fink zur ersten Aufführung der Matthäuspassion in St. Martin, 1998, die auch 2009 noch Programm sind, als PDF
Wikipedia - sachlich knapp
Kulturgeschichte, Dramaturgie, weitere Literatur
Textquellen, Bibelkonkordanzen, Besetzungsangaben

Förderkreis Kirchenmusik

Das Konzert wird maßgeblich gefördert vom Förderkreis Kirchenmusik Idstein e.V., dessen Wirken in der Idsteiner Zeitung am 6. Oktober 2008 gewürdigt wurde unter dem Titel Engagement für europäisches Kulturerbe.

Weitere Information

Die Partitur

Wir danken Herrn Thomas Trapp (Verlag Breitkopf & Härtel) für die Bereitstellung der Partitur als PDF.

Partitur der Matthäuspassion Teil 1 (Achtung: 8,2 MB)
Partitur der Matthäuspassion Teil 2 (Achtung: 9,1 MB)

Probenreportage

In der Reihe zugehört der Rhein Main Presse erschien am 10. März 2009 eine Reportage vom Probenwochenende.

Weitere Information

Wiesbadener Kurier

Der Wiesbadener Kurier kündigte das Konzert am 30. März an:
Musik als Predigt: Matthäuspassion in Idstein

Kraftvoll, samtig und zupackend

Die Rezension im Wiesbadener Tagblatt vom 7. April fand lobende Worte für die Aufführung.

Weitere Information

Orgelmatinee

Am 18. Januar 2009 spielte Bjanka Ehry zugunsten der Matthäuspassion Werke von Bach, Mendelssohn und Widor.

Weitere Information

Matthäuspassion


 

Am Palmsonntag 2009, dem 5. April, musizierten die Chöre von St. Martin mit bedeutenden Solisten und dem Barockorchester La Beata Olanda die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach.

 

Diese Aufgabe war noch weit anspruchsvoller als die Große Messe in c-moll von Mozart, die 2008 gelobt wurde als eine „Feier der Offenbarung Gottes auf Erden und die Feier einer Musik, deren Erhabenheit, Brillanz und Perfektion ihresgleichen sucht."

 

Der Chor St. Martin und die Martinis begannen gleich nach den Sommerferien 2008, für das wieder doppelchörige Werk zu proben. Auch dem Kinderchor kommt eine entscheidende Rolle zu: er singt als cantus firmus im Eingangschor

 

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet

 

- das ist der rote Faden im Gewoge von zwei Chören, die gemeinsam klagen und einander zurufen.

 

Viele Choristen und das Orchester La Beata Olanda waren schon 1998 dabei, als die Matthäuspassion zum ersten Mal in St. Martin aufgeführt wurde, einige der damaligen Kinder singen jetzt als Jugendliche und Erwachsene mit. Das Barockorchester vermittelt eine Annäherung an Bachs Klangvorstellung.

 

„Das Leiden unseres Herrn J. C. ..."



- so beginnt die Übersetzung des Originaltitels, der in der Handschrift lautet:

Passio Domini nostri

J. C. secundum Evangelistam Matthaeum.

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750) komponierte die Passion für den Karfreitagsgottesdienst, vielleicht 1727, belegt ist 1729. Sie war ihm so wichtig, dass er sie auch später umgearbeitet wieder aufführte.

Die Matthäuspassion ist sein umfangreichstes Werk und gilt vielen als Höhepunkt seines Schaffens.

 

Es gibt entsprechend tiefgründige Literatur, doch wirkt die Musik auch ohne Vorkenntnisse unmittelbar.

Textgrundlage sind die Kapitel 26 und 27 des Matthäus-Evangeliums in der Übersetzung Martin Luthers. Dichtungen des Bach-Zeitgenossen Christian Friedrich Henrici (genannt Picander) dienen der individuellen Betrachtung und werden meist von Solisten interpretiert in der typischen Folge von Rezitativ und Arie. Das Rezitativ nimmt Stellung, in der Arie bleibt die Zeit stehen. Bach setzte sinnvoll Choräle in das dramatische Geschehen, sie waren dem Hörer seiner Zeit bekannt und ermöglichten ihm eigene Beteiligung.

Die Aufgaben der Chöre sind vielfältig, mal sind sie Handelnde (Jünger oder Fanatiker), einen Augenblick später, ergriffene Mitleidende.

Anders als die subjektive Betrachtung des toten Jesus in Buxtehudes Passionswerk Membra Jesu nostri gestaltete Bach die Passion als Drama. In genialer Tonsprache vergegenwärtigt er die Handlung durch verschiedene Akteure, den Erzähler (Evangelist), Jesus (Vox Christi), Judas, Petrus, Pilatus, viele weitere, Volksmengen und nicht zuletzt den Zuhörer selbst, der sich nicht heraus halten kann. Diesen Aspekt betonten die Programmnotizen von Franz Fink zur ersten Aufführung 1998. Eine zentrale Erkenntnis erklingt in einem Choral: „Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld sind viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde.“

 

Der erste Teil der Passion erzählt die Ereignisse des Gründonnerstags bis zur Gefangennahme (Mt 26), der zweite Teil dramatisiert Verhandlungen, Folter, Tod und Grablegung (Mt 27), dazwischen wurde zu Bachs Zeit die Predigt von etwa einer Stunde Dauer gehalten.

Für den Hörer von heute ist die Musik selbst eine Predigt, die fast jeden berührt.

 

„Mein Freund, warum bist du kommen?"


 

Unvergesslich bleibt, wie Max van Egmond 1998 die Worte sang, mit denen Jesus den Verräter Judas grüßt: freundschaftlich ohne Einschränkung. 

Alle Kinder des Kinderchores - nicht nur ein Auswahlchor - durften mitsingen und Unvergleichliches erleben.




15. März 1998 MATTHÄUS-PASSION in St. Martin, Kantor Franz Fink und Mitglieder des Kinderchores kurz vor Beginn der Aufführung
Die Musiker


Professionelle Musiker unterstützten uns in unserem Bestreben, Bachs Passion sprechend wiederzugeben. Das Barockorchester La Beata Olanda verbürgt durch seine Spielweise auf Instrumenten der Epoche eine Annäherung an das Klangbild, das Bach im Ohr hatte. Ulrich Cordes aus Köln, der Evangelist, Meisterschüler von Christoph Prégardien, fand zum ersten Mal den Weg nach Idstein, ebenso wie Andreas Pruys, der Jesus seine Stimme verlieht, Anne Bierwirth (Alt), Nik Kevin Koch (Tenor), und Klaus Mertens (Bass), der kurzfristig einsprang. Katia Plaschka hingegen kehrte nach ihrem gefeierten ersten Auftritt 2003 häufig wieder und begeisterte zuletzt durch ihre erfüllte Darstellung von „Et incarnatus est" in der Großen Messe in c-moll von Mozart.

Einzelheiten der Gestaltung


Es folgen einige Anmerkungen zu Bachs genialer Gestaltung der komplexen Architektur - wie die Spitzen eines Eisbergs, denn seine bewundernswerte Gesamtübersicht und Liebe zu Einzelheiten erscheint unergründlich.

 

Bach arbeitete mit vielfältigen Symbolen. So werden etwa die Rezitative des Evangelisten trocken vom Generalbass (Basso continuo) begleitet, die Worte Jesu dagegen durch Streicherakkorde mit einer besonderen Aura versehen. Die Streichinstrumente verstummen bei seinen letzten Worten.

 

Zum Sinn der Choräle schrieb Albert Schweitzer (1908): „Ihre Auswahl fiel Bach zu, da ein Dichter aus jener Zeit, der etwas auf sich hielt, sich nicht mit einer solchen untergeordneten Aufgabe abgeben konnte. Aber gerade in dieser Einfügung von Choralstrophen zeigt sich der dichterische Sinn Bachs in seiner wahren Tiefe. Es ist unmöglich, in dem ganzen deutschen Kirchenliederschatz einen Vers zu entdecken, der die betreffende Stelle besser ausfüllen würde als der, den Bach dazu ausersah."

 

Den Höhepunkt der Passion, die Erkenntnis „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen", unterschrieb Bach mit seinem Namen, zahlensymbolisch verschlüsselt.