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Das wurde am 18. Mai 2008 geboten


W. A. Mozart

Sinfonie g-moll (KV 550)

Große Messe in c-moll
(KV 427)

Katia Plaschka und Elisabeth Scholl, Sopran
Christoph Claßen, Tenor
Wolfgang Weiß, Bass

Chor St. Martin + Martinis
Kammerphilharmonie Rhein-Main
Leitung: Franz Fink

Zum Hintergrund


Pressemitteilung zum Konzert als PDF

Programmheft als PDF

Das Mozarteum Salzburg ermöglicht den Zugang zur
Partitur der Großen Messe, verlegt vom Bärenreiter-Verlag, die ein ausführliches fundiertes Vorwort und Faksimileseiten von Mozarts Handschrift enthält.

Einen verspielteren Einblick in Fakten zu Messkompositionen Mozarts und zu den Ausführenden gibt ein Mozart-Quiz.

Große Musik, die zur Feier wird


 

Mozart-Messe in St. Martin in Idstein

Wiesbadener Tagblatt vom 20.05.2008

Von Beke Heeren-Pradt

 

„Jede Messe feiert verdichtet zwischen der Schöpfung und dem „Leben der kommenden Welt" die Offenbarung Gottes auf unserer Erde." Diesen Satz stellte der Chor St. Martin in Idstein seiner Aufführung der „Großen Messe in c-Moll" von Wolfgang Amadeus Mozart am Sonntagabend in der katholischen Kirche St. Martin voran. Und das Konzert, dessen Gesamtleitung in den Händen von Kantor Franz Fink lag, wurde wahrlich eine Feier, eine Feier der Offenbarung Gottes auf Erden und die Feier einer Musik, deren Erhabenheit, Brillanz und Perfektion ihresgleichen sucht.

Ohne speziellen Auftrag hatte Mozart 1782, nach seiner Hochzeit, mit der Arbeit an der c-Moll-Messe begonnen, die er, groß angelegt, jedoch, aus nicht bekannten Gründen, nicht vollendete. Franz Fink entschied, das Werk in der ergänzten Fassung von Franz Beyer aufzuführen, die nur behutsam ein Agnus Dei anfügt, das musikalisch den Kyrie-Satz des Anfangs noch einmal aufnimmt, mit dem Text des Agnus Dei.

Die Kammerphilharmonie Rhein-Main leitete das Konzert zunächst routiniert und transparent ein mit der bekannten Sinfonie g-Moll (KV 550) von Mozart.

Höchste Ansprüche stellt die Messe an die zwei vorgesehenen Solo-Sopranistinnen, deren Partien Katja Plaschka und Elisabeth Scholl übernommen hatten. Und dies erwies sich als wahrer Glücksgriff. Souverän, mit ausgefeilter Gestaltung ließen sie die Schwierigkeit der im höchsten Grade anspruchsvollen Koloraturen ihrer Solo-Arien „Laudamus te" und „Et incarnatus" völlig vergessen, ließen im Duett „Domine Deus" ihre Stimmen miteinander und mit dem zuverlässig aufspielenden Orchester verschmelzen. Beeindruckend das Zusammenspiel von Flöte, Oboe und Fagott mit der Sopranistin Katja Plaschka in „Et incarnatus", das die Innigkeit dieses Satzes wunderbar zum Ausdruck kommen ließ. Tenor Christoph Claßen und Bass Wolfgang Weiß erwiesen sich als sichere Partner im Solo-Terzett und Solo-Quartett.

Der Chor St. Martin und die Martinis zeigten sich für ihre anspruchsvolle Partie bestens präpariert, folgten dem engagierten und präzisen Dirigat von Kantor Franz Fink flexibel und gestalteten die mitreißenden Chöre ebenso temperamentvoll wie präzise. Besonders eindrücklich das doppelchörige „Qui tollis peccata mundi", sowie die doppelchörige Fuge des „Osanna".

Wieder einmal wurde der Beweis erbracht, dass qualitätvolle Kirchenmusik nicht nur in Metropolen und Großstädten möglich ist. Idstein zeigt, dass mit Engagement und kontinuierlicher hervorragender Arbeit große Musik auch in der „Provinz" gemacht werden kann - Musik, die dann zur Feier wird.