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Programm

Heinrich Schütz
Psalm 116 „Das ist mir lieb"
Felix Mendelssohn
Sonate Nr. 3 A-Dur für Orgel
Johannes Brahms
Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen
Georgius Bárdos
Eli Eli
Anton Bruckner
Os justi (Psalm 37, 19-20)
Felix Mendelssohn
Sonate Nr. 4 B-Dur für Orgel
Johann Sebastian Bach
Psalm 117 „Lobet den Herrn, alle Heiden"

Christian Schmitt Orgel
Kammerchor der HfMDK Frankfurt
Wolfgang Schäfer Musikalische Leitung

Kammerchor der Musikhochschule


 

Am 5. Oktober 2007, 20.00 Uhr gastiert in unserer Kirche St. Martin der

Kammerchor der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst

Frankfurt am Main (kurz HfMDK), geleitet von

Wolfgang Schäfer

 

Das Programm des Sommersemesters enthält in durchdachter Zusammenstellung anspruchsvolle Werke für Chor a capella des 19. und 20. Jahrhunderts von Brahms, Bárdos und Bruckner, gerahmt durch zwei Orgelsonaten von Mendelssohn und durch Psalmvertonungen von Schütz und Bach. 

 

Psalmen wurden schon vor 3000 Jahren gesungen und stellen Grundfragen der Menschen. Immer wieder wurden sie in Musik gesetzt. Heinrich Schütz vertonte den Psalm 116, einen Dank für Rettung aus Todesnot, J.S. Bach den Psalm 117, einen Aufruf an alle Völker zum Lob Gottes.

Im Zentrum des Programms stehen Werke, die sich mit besonders bedrängenden Fragen auseinandersetzen. Die gewichtige Motette von Brahms in vier Sätzen beruht auf Worten aus dem Buch Hiob, sie beginnt mit dem einen bohrenden Fragewort "Warum?", das wiederholt und im Laufe des Werkes immer wieder gerufen wird.

 Warum? Warum?

 Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen,
 und das Leben den betrübten Herzen? Warum?

Noch härter:

 Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?

Die Frage wurde im Psalm 22 aufgeworfen. Jesus schrie sie am Kreuz als seine letzten Worte, so berichten die Evangelisten Markus und Matthäus. Der ungarische Komponist Bárdos, der von 1905 bis 1991 lebte, vertonte sie als Passionsmusik

 Eli Eli.

(Wer die Matthäuspassion von J.S. Bach in unserer Kirche am 16. März 1998 erlebt hat, wird sich erinnern an die Intensität, die Max von Egmond dieser Frage gab.)

 

Das Programm und die Texte:

Heinrich Schütz: Psalm 116 „Das ist mir lieb"

  1    Das ist mir lieb, daß der HERR meine Stimme und mein Flehen hört.
  2    Denn er neigte sein Ohr zu mir;
        darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
  3    Stricke des Todes hatten mich umfangen,
        und Ängste der Hölle hatten mich getroffen; ich kam in Jammer und Not.
  4    Aber ich rief an den Namen des HERRN:
        O HERR, errette mein Seele!
  5    Der HERR ist gnädig und gerecht,
        und unser Gott ist barmherzig.
  6    Der HERR behütet die Einfältigen;
        wenn ich unterliege, so hilft er mir.
  7    Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
        denn der HERR tut dir Gutes.
  8    Denn du hast meine Seele aus dem Tode gerissen,
        meine Augen von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
  9    Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen.
10    Ich glaube, darum rede ich; ich werde aber sehr geplagt.
11    Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen sind Lügner.
12    Wie soll ich dem HERRN vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?
13    Ich will den Kelch des Heils nehmen und des HERRN Namen predigen.
14    Ich will mein Gelübde dem HERRN bezahlen vor allem seinem Volk.
15    Der Tod seiner Heiligen ist wertgehalten vor dem HERRN.
16    O HERR, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn.
        Du hast meine Bande zerrissen.
17    Dir will ich Dank opfern und des HERRN Namen predigen.
18    Ich will meine Gelübde dem HERRN bezahlen vor allem seinem Volk,
19    in den Höfen am Hause des HERRN, in dir Jerusalem. Halleluja!

 

Felix Mendelssohn: Sonate Nr. 3 A-Dur für Orgel

 

Johannes Brahms: Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen,  op. 74,2

Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen,
und das Leben den betrübten Herzen? Warum?
Die des Todes warten und kommt nicht,
und grüben ihn wohl aus dem Verborgenen;
die sich fast freuen und sind fröhlich,
daß sie das Grab bekommen. Warum?
Und dem Manne, des Weg verborgen ist,
und Gott vor ihm den selben bedecket. Warum?   

Lasset uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel.

Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben.
Die Geduld Hiob habt ihr gehöret, und das Ende des Herrn habt ihr
gesehen; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.

Mit Fried und Freud ich fahr dahin,
 in Gottes Willen,
getrost ist mir mein Herz und Sinn,
 sanft und stille.
Wie Gott mir verheißen hat,
 der Tod ist mir Schlaf worden.

 

Georgius Bárdos: Eli Eli

Eli Eli  lamma  sabchtani?
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Anton Bruckner: Os justi  (Psalm 37, 19-20)

19   Os iusti meditabitur sapientiam, et lingua eius loquetur iudicium.
20   Lex Dei eius in corde ipsius, let non suplantabuntur gressus eius.

 

19   Im Mund des Gerechten ist Weisheit,

       und seine Zunge spricht Gerechtigkeit.

20   In seinem Herzen trägt er das Gesetz seines Gottes,
       und seine Schritte straucheln nicht.

 

Felix Mendelssohn: Sonate Nr. 4 B-Dur für Orgel

 

Johann Sebastian Bach: Psalm 117 „Lobet den Herrn, alle Heiden"

 1    Lobet den HERRN, alle Heiden; preiset ihn, alle Völker!
 2    Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja!

Christian Schmitt, Orgel

Kammerchor der HfMDK Frankfurt

Wolfgang Schäfer, Musikalische Leitung

 

Der namhafte Chorleiter und Professor Wolfgang Schäfer, geboren 1945, studierte in Freiburg im Breisgau Schulmusik, Gesang und Chorleitung  sowie in Stuttgart Orchesterleitung. Von 1971 bis 1982 unterrichtete er an der Hochschule für Musik Freiburg. Er ist künstlerischer Leiter des 1971 von ihm gegründeten Freiburger Vokalensembles, mit dem er mehrere internationale Wettbewerbe gewann.

Seit 1982 ist er als Nachfolger von Helmuth Rilling Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Seit seiner Freiburger Studentenzeit ist er Mitglied des Musikkabaretts BosArt Trio.


Unser Kantor Franz Fink verdankt ihm viel.

 

Die Orgel spielt kurzfristig einspringend Christian Schmitt, Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Frankfurt und Kantor an der Lutherkirche in Worms.

Er war Organist bei den Idsteiner Bach-Tagen 2000. Seine atemberaubend rasante Wiedergabe der Sinfonia in Bachs "Ratswahlkantate" (BWV 29) im Konzert mit dem Chor St. Martin ist unvergessen.

 

Das Konzert verspricht packende Musik, gestaltet durch junge Menschen, inspiriert durch einen besonders erfahrenen Chorleiter.