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Einladung zur Orgelweihe und Übersicht über die folgenden Festkonzerte als Pdf

 

Programm des Konzertes vom 22.1. 2006 als Pdf

Wie schön leuchtet der Morgenstern

 

Neue Orgel in Betrieb genommen

Am Sonntag das zweite Festkonzert zur Einweihung

 

Artikel aus dem Idsteiner Anzeiger vom 26.1.2006

 

IDSTEIN Es war wie eine Hochzeit am 22. Januar 2006 in St. Martin bei der Einweihung der neuen Mebold-Orgel. Das Instrument und der Raum,füreinander bestimmt, wurden feierlich vereint.

 

In der überfüllten Kirche spielte Kantor Franz Fink zum einleitenden Kyrie, gesungen vom Chor St. Martin und den Martinis, noch einmal die Truhenorgel, während „die Neue“, gebaut vom jungen Team der Firma Mebold, verschlossen stand. Dann weihte Domkapitular W. Hübinger die Orgel ihrer eigentlichen Bestimmung, dem Lob Gottes.

 

Erwartungsvolle Stille herrschte, als das Instrument geöffnet und beleuchtet wurde. Ein wie gehauchter Lauf, dann wechselnde Farben mit kurzen Zitaten aus der Orgelliteratur, - in wenigen Sekunden schien die Orgel Kraft zu sammeln für ein vollstimmiges „Großer Gott, wir loben dich“ aus allen Kehlen.

 

Nach dem Gottesdienst, noch in der Kirche, wurden eindrucksvolle Dankesgaben gewechselt: Annethee und Dieter Schnell, die das Projekt im Förderverein seit 1989 unermüdlich in Gang gehalten hatten, bekamen eine Pfeife der Vorgängerorgel, gefüllt mit Würsten. Die Orgelbauer erhielten der Tradition entsprechend den Rauminhalt der größten Pfeife in Wein. Ein Eichenfaß wurde durch den Mittelgang gezogen, um die notwendigen 160 Liter zu übergeben.

 

Im Eröffnungskonzert entfaltete der Wormser Domkantor Dan Zerfaß die ganze Fülle der Registervielfalt, anfangs verhalten und feinsinnig, zum Abschluß ausdrucksstark in majestätischer Klangfülle. Er wurde mit begeistertem Beifall bedacht.

 

Am Sonntag, den 29. Januar 2006, beginnt um 17 Uhr das zweite Orgel-Festkonzert, auf das sich bereits viele, die das erste erleben durften, besonders freuen.

 

Michael Loos, Bezirkskantor in Hadamar und Orgelsachverständiger im Fachbereich „Orgel und Glocken“ des Bistums Limburg, spielt Bearbeitungen des Liedes „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, César Franck, Sigfrid Karg-Elert und schließlich Phantasie und Fuge op. 40 Nr. 1 (1899) von Max Reger.

 

Worte und Melodie des Liedes sind – wie Orgel und Kirchenraum – wunderbar aufeinander abgestimmt, denn der Textdichter Philipp Nicolai (1556-1608) schuf 1599 selbst die Melodie (nach einer älteren Weise, Straßburg, 1538), passend für sein reizvolles ungewöhnliches Versmaß.

 

Das Lied schildert in barocker Sprache die erwartungsvolle Liebe einer Braut zu ihrem Bräutigam, der Beter versetzt sich in die Rolle der Braut und spricht Jesus an. Das Schlußwort der sieben Strophen lautet „Deiner wart’ ich mit Verlangen”. Da sind alle Sinne angesprochen, wie auch der Orgelklang sinnlich erfahrbar ist. Die Worte aus dem Liedtext - schön, leuchtend, süß, lieblich, freundlich, herrlich, groß, ehrlich, hoch, prächtig erhaben, tief, edel, stark, himmlisch, freudenreich, jubilierend, triumphierend, herzlich – passen ganz aktuell, wenn man versucht, den Klang der Mebold-Orgel zu beschreiben. Selbst ganze Phrasen erscheinen zutreffend: tief in das Herz hinein, innerlich erquickend, süße Musika, zu seinem Preis!

 

Wie schön leuchtet der Morgenstern

Liedtext

 

1. Wie schön leuchtet der Morgenstern

Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn,

Die süße Wurzel Jesse!

Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm,

Mein König und mein Bräutigam,

Hast mir mein Herz besessen,

Lieblich,

freundlich,

Schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben,

Hoch und sehr prächtig erhaben!

 

2. Ei meine Perl', du werte Kron,

Wahr' Gottes und Mariens Sohn,

Ein hochgeborner König!

Mein Herz heißt dich ein Himmelsblum;

Dein süßes Evangelium

Ist lauter Milch und Honig.

Ei mein

Blümlein,

Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen,

Deiner kann ich nicht vergessen!

 

3. Geuß sehr tief in das Herz hinein,

Du leuchtend Kleinod, edler Stein,

Mit deiner Liebe Flamme,

Daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib

An deinem auserwählten Leib,

Ein Zweig an deinem Stamme.

Nach dir

wallt mir,

Mein Gemüte, ewig Güte, bis es findet

Dich, des Liebe mich entzündet.

 

4. Von Gott kömmt mir ein Freudenschein,

Wenn du mit deinen Äugelein

Mich freundlich tust anblicken.

O Herr Jesu, mein trautes Gut,

Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut

Mich innerlich erquicken.

Nimm mich

freundlich

In dein Arme, dass ich warme werd von Gnaden;

Auf dein Wort komm ich geladen.

 

5. Herr Gott Vater, mein starker Held,

Du hast mich ewig vor der Welt

In deinem Sohn geliebet.

Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut,

Er ist mein Schatz, ich seine Braut,

Drum mich auch nichts betrübet.

Eia,

eia,

Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben!

Ewig soll mein Herz ihn loben.

 

6. Zwingt die Saiten in Cythara

Und laßt die süße Musika

Ganz freudenreich erschallen,

Daß ich möge mit Jesulein,

Dem wunderschönen Bräutgam mein,

In steter Liebe wallen!

Singet,

springet,

Jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren;

Groß ist der König der Ehren!

 

7. Wie bin ich doch so herzlich froh,

Daß mein Schatz ist das A und O.

Der Anfang und das Ende.

Er wird mich doch zu seinem Preis

Aufnehmen in das Paradeis;

Des klopf ich in die Hände.

Amen,

Amen,

Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange,

Deiner wart' ich mit Verlangen.