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Einladung zur Orgelweihe und Übersicht über die folgenden Festkonzerte als Pdf

 

Programm des Konzertes vom 22.1. 2006 als Pdf

Die ganze Fülle der Registervielfalt


Neue Orgel in St. Martin in Idstein eingeweiht

 

Artikel des Wiesbadener Tagblattes vom 24.1. 2006

Von Richard Hörnicke

 

IDSTEIN Ein Freudentag für die Gemeinde St. Martin in Idstein! Zwei Jahre nach Abschluss der Renovierungsarbeiten in der katholischen Pfarrkirche an der Wiesbadener Straße konnte Organist und Kantor Franz Fink am Sonntag zum ersten Mal „vollamtlich" in die Tasten der zweimanualigen Orgel greifen, nachdem sie Domkapitular Wilhelm Hübinger in einem Festgottesdienst in der überfüllten Kirche geweiht hatte.

Mit dem Instrument, das von der Siegener Orgelbaufirma Mebold gebaut wurde, erfüllt sich die Gemeinde einen lange gehegten Wunsch. Sie kann das neue Instrument mit Fug und Recht als ihr Eigentum bezeichnen, da sie die Anschaffungskosten in Höhe von 390000 Euro ohne Hilfe des Bistums aus Spenden der Gemeindemitglieder und mit den Zuwendungen eines von Finks Vorgänger Thomas Gabriel gegründeten Orgelfördervereins aufgebracht hat, der allein die stattliche Summe von 290000 Euro beisteuerte. Nun kann sich die 6000 Gemeindemitglieder umfassende Gemeinde an der neuen „Königin der Instrumente" mit ihren 33 Registern und den aus Portugal stammenden Orgelpfeifen erfreuen, die in den vergangenen beiden Jahren nach und nach in das Gotteshaus einzogen, von der Firma Mebold eingebaut und intoniert wurden.

Für das Eröffnungskonzert hatte man den Wormser Domkantor Dan Zerfaß verpflichtet, der das neue Instrument den zahlreichen Zuhörern vorführte und darauf bedacht war, in dem einstündigen Programm die Registervielfalt der Orgel zu präsentieren. Das geschah in dem einleitenden Choral Nr. 1 in E-Dur von César Franck mit seinen spätromantischen Anklängen zuerst sehr verhalten und besinnlich, in Werken Johann Sebastian Bachs, der Triosonate Nr. 4 in e-Moll (BWV 528) mit filigran aufgelichtetem Rankenwerk, in Präludium und Fuge in C-Dur (BWV 531) in prächtiger, transparenter Verfolgung des polyphonen Gewebes. Feinsinnig registriert erklang eine Toccata Johann Kaspar Kerlls. Themen und Variationen aus „Hommages a Frescobaldi" von Jean Langlais erfuhren eine spielerische, lebendige und farbige Registrierung.

In vier Sätzen aus Robert Schumanns „Sechs Studien in kanonischer Form für Pedalflügel" wurde das Auditorium in sensibler Klangsprache mit selten zu hörenden Kompositionen bekannt gemacht, deren lyrisch stimmungsvolle und tänzerisch belebte Melodieführung die rechte Verbindung zum Abschluss des Konzerts mit „Prélude et Fugue sur le nom d´Alain" von Maurice Duruflé war. Dieses extrem schwierige Werk verlangt den gestandenen Orgelvirtuosen - für Dan Zerfaß hörbar kein Problem. Facettenreich, ausdrucksstark und sicher bewältigte er die mit kleinfigurativen Läufen überreich befrachtete Komposition in majestätischer Klangfülle - ein mit begeistertem Beifall bedachter festlicher Ausklang.