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Selig sind die Toten

16. November 2014, 17 Uhr
Geistliche Trauermusik von Heinrich Schütz:
Nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren, SWV 281
Also hat Gott die Welt geliebt, SWV 380
Selig sind die Toten, SWV 391, u.a.

Danket dem Herrn

13. Juli 2014, 16 Uhr
Festliche mehrchörige Musik von Heinrich Schütz

Melchior Franck: Paduna
Weib, was weinest du, SWV 443
Christ ist erstanden, SWV 470
Biagio Marini: Canzon decima
Also hat Gott die Welt geliebt, SWV 380
Meine Seele erhebt den Herren, SWV 494
Francesco Usper: Sonata a 8
Cantate Domino (Ps. 149), SWV 81
Biagio Marini: Canzon ottava
Jauchzet dem Herren (Ps. 100), SWV 36
Danket dem Herrn (Ps. 136), SWV 45

Chor St. Martin
Martinis
Barock-Consort und Barock-Bläser St. Martin
Regina Depenheuer, Nils-Ole Krafft, Helga Lebertz
(Orgel, Cembalo und Arpichordo)
Leitung: Franz Fink

Eintritt frei, Spenden für die Kirchenmusik erbeten

Programm

Das Programmheft bietet den Ablauf und die Texte.

Weitere Information

Jauchzet dem Herren, Franz Fink zwischen den Chören
Schon gewusst?

Am Tag seiner Hochzeit veröffentlichte Heinrich Schütz die Psalmen Davids, Musik in venezianischer Mehrchörigkeit.

Im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges veröffentlichte Heinrich Schütz in der Sammlung Geistliche Chormusik die Motette Verleih uns Frieden genädiglich.

Weib, was weinest du (Martinis)
Did you know ...

... that Weib, was weinest du, the "Easter dialogue" composed by Heinrich Schütz, was performed at the first Schütz festival in Dresden?
... that parts of Cantiones sacrae, 40 choral pieces composed by Heinrich Schütz during the Thirty Years' War, have been described as intensely expressive, others as happy?
... that a German Magnificat, or Song of Mary, ends the last work by composer Heinrich Schütz, known as his swan song?"

Cantate Domino (Chor St. Martin)
Selig sind die Toten


Eine erste Veranstaltung mit Werken von Heinrich Schütz war am 13. Juli Danket dem Herrn. Am 16. November 2014, 17 Uhr, musizieren die Chöre und Instrumentalisten im Kontrast geistliche Trauermusik des Komponisten, der in seinem Leben besonders während des Dreißigjährigen Krieges große menschliche Verluste einstecken musste. Aus den Musikalischen Exequien erklingt der Schluss, Nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren (SWV 281), außerdem unter anderem die Motetten Also hat Gott die Welt geliebt (SWV 380) und Selig sind die Toten (SWV 391).

Danket dem Herrn


 

Festliche mehrchörige Musik von Heinrich Schütz

Geistliche Musik und Texte

 

Am 13. Juli 2014, 16 Uhr, leitete Kantor Franz Fink die Chöre Chor St. Martin und Martinis sowie das Barock-Consort und die Barock-Bläser St. Martin, in festlicher mehrchöriger Musik von Heinrich Schütz. Posaunen, Trompeten und Pauken, mehrere Orgeln und getrennte Aufstellung der Chöre im Raum verliehen der Musik Glanz. Texte ergänzen die meist biblischen Inhalte, die Schütz musikalisch vertiefte.

 

2014 gibt es kein Chorkonzert, wie die h-Moll-Messe im Jubiläumsjahr 2013, sondern das Jahr steht im Zeichen der geistlichen Musik von Schütz. Es ist seit langer Zeit ein Wunsch des Kantors, seine Werke aufzuführen, die in genialer Weise Sprache verdeutlichen. Der Komponist des Frühbarock, der von 1585 bis 1672 lebte, studierte mit einem Stipendium drei Jahre in Venedig bei Giovanni Gabrieli und wirkte lange am Hof der Kurfürsten zu Dresden. Sein Leben war bestimmt durch den dreißigjährigen Krieg und private Schicksalsschläge. Er wandte den italienischen konzertierenden Stil mit Generalbass auf deutsche Bibelprosa an, wobei er die Psalmen bevorzugte. Mit Verständnis für Textnuancen übersetzte er Bibeltexte in ausdrucksvolle Musik. Viele seiner Werke wurden bereits zu Lebzeiten veröffentlicht. Eine Auswahl der großartigen Vokalmusik, die Schütz im Laufe seines langen Lebens schuf, erklingt in St. Martin nicht in einem Konzert, sondern an zwei Sonntagen in Veranstaltungen mit Texten und geistlicher Musik.

 

 



Sopranistinnen der Martinis proben den Osterdialog am 24. Juni. Alle Proben nach Pfingsten fanden bereits in der Kirche statt, mit der entsprechend gestimmten Chororgel.

13. Juli 2014


Unter dem Motto Danket dem Herrn sagen die Chöre Werke nach dem Vorbild von Giovanni Gabrieli, der am Markusdom die unterschiedlichen Emporen nutzte. Die Instrumentalisten spielten mehrchörige Musik der Epoche, unter anderem von Biagio Marini und Francesco Usper.

 

Die Veranstaltung begann mit Gambenmusik, einer Paduana von Melchior Franck. Die Gambe bedeutete im Frühbarock stets Trauer. Die Martinis allein gestalteten den Osterdialog (Dialogo per la Pascua) Weib, was weinest du (SWV 443), in dem Schütz den Dialog des Auferstandenen mit Maria Magdalena dramatisch gestaltet: die Männerstimmen beginnen mit der Frage, ausdrucksvoll und schmerzlich, die Frauenstimmen antworten erregt.

 

 


Im Osterlied Christ ist erstanden (SWV 470), setzt Schütz fünf Chöre ein. Ein Posaunenchor steht für die Auferstehung, ein Favoritchor beginnt mit kunstvoller Deutung des Anfangstextes, ein Gambenchor illustriert „von der Marter alle“, zwei alternierende Capellchöre fallen ein bei „seit daß er erstanden ist“.

Also hat Gott die Welt geliebt (SWV 380), vertont eine entscheidende Stelle des Johannes-Evangeliums fünfstimmig mit geteiltem Tenor, gesungen vom Chor St. Martin. Doppelchörig setzte Schütz das Deutsche Magnificat Meine Seele erhebt den Herren (SWV 494) aus seinem letzten Werk, das auch als Schwanengesang bekannt ist. Einer der Chöre wird von Bläsern, der andere von Streichern begleitet. Schütz gibt jedem Doppelvers des Lobgesangs ein eigenes textdeutendes Klangbild. Der 100. Psalm,

In Cantate Domino (SWV 81) vertont Schütz den Beginn des 149. Psalms vierstimmig, ein Werk aus den Cantiones sacrae, einer Sammlung von 40 geistlicher Gesänge in lateinischer Sprache, die er 1625 als sein Opus IV veröffentlichte. Er vertonte darin Auszüge aus einem Gebetbuch von Andreas Musculus und widmete das Werk dem katholischen Politiker Hans Ulrich von Eggenberg. Jauchzet dem Herren, (SWV 36), ist für Chor und Echochor konzipiert. Er stammt aus den Psalmen Davids, einer Sammlung von 26 Werken, die Schütz bereits als junger Mann am Tag seiner Hochzeit als sein Opus II veröffentlichte.

 

 


Im abschließenden 136. Psalm, Danket dem Herrn (SWV 45), ebenfalls aus den Psalmen Davids, sind die Sänger in drei Chöre geteilt und wiederholen in der Art einer Litanei unablässig und mit stetiger Steigerung den Refrain „Denn seine Güte währet ewiglich“. Das Ende beschreibt Franz Fink als ekstatisch.

 

 



Christ ist erstanden, Posaunenchor, Gambenchor, die Martinis im Chorraum als Favoritchor, der Chor St. Martin aufgeteilt in zwei Capellchöre