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Johann Sebastian Bach
h-Moll-Messe

29. September 2013, 17 Uhr
Gabriela Eibenová, Sopran
David Erler, Alt
Georg Poplutz, Tenor
Andreas Pruys, Bass
Chor St. Martin und Martinis
Barockorchester L'arpa festante
Leitung: Franz Fink

Leider musste Janina Moeller, die aus dem Kinderchor St: Martin hervorgegangen ist und sich sehr gefreut hat, wieder als Solistin aufzutreten, aus gesundheitlichen Gründen verzichten.

Rezension

Manuel Wenda berichtete: Die Interpreten fanden schnell in den Kern der Musik. ... Chor und Orchester vermochten zu vermitteln, dass dieser Musik eine Endgültigkeit innewohnt.

Weitere Information

Hintergrund

Mehr zum Werk, mehr zu seinem Aufbau (englisch)

Proben

Für das anspruchsvolle Werk fanden von September 2012 bis Januar 2013 wöchentliche Sonderproben für je zwei Stimmgruppen statt. Diese Arbeit wurde seit Februar 2013 intensiviert: die Einzelstimmen proben ab 19:30 eine Stunde lang mit Franz Fink und Janina Moeller, die gemeinsame Probe begann um 20:30 Uhr.

Am Chorwochenende probten am Samstag, 2. März, die Einzelstimmen, um am Sonntag erstmals die sechs- und achtstimmigen Teile des Werkes zusammenzufügen. Damit wurden alle Sätze einmal gesungen, das nächste halbe Jahr diente der Feinarbeit.
Am zweiten Chorwochende, 29./30. Juni, gab es intensive Stimmproben für alle acht Einzelstimmen und eine Zusammenfassung. Freiwillige Zusatzproben fanden am 1. Juli und am 12. August statt.
Am dritten Chorwochenende gab es bereits einen Durchlauf des gesamten Werkes.

Chorwochenende 30. Juni, Sopran
Förderung

Das Konzert wurde unterstützt von
* Förderkreis Kirchenmusik Idstein
* Stadt Idstein
* Kulturring Idstein

Presse

Die Presse nahm Anteil an der Kirchenmusik in St. Martin und der Vorbereitung der h-Moll-Messe.

* Idsteiner Zeitung, 18. Juli:
Die große Herausforderung
St. Martin in Idstein probt für Bachs h-Moll-Messe

* LZ am Sonntag, 30. Juni:
St. Martin feiert 40 Jahre

* Der Sonntag, 21. Juli:
Das ist der Hammer
Der Bezirkskantor im Untertaunus, Franz Fink, mag klassische Kirchenmusik und findet damit auch bei jungen Menschen Anklang

Bach: h-Moll-Messe


Am 29. September 2013 erklang zum ersten Mal in St. Martin Bachs große Messe, in der er am Ende seines Lebens sein Werk zusammenfasste, indem er Musik aus dem Jahr 1714 ebenso verwendete wie 1749 neu komponierte Stücke.

 

Kantor Franz Fink und die Chöre, Chor St. Martin und Martinis, waren sich der Herausforderung bewusst, Musik aufzuführen, die ihr Schöpfer nie gehört hat, da sie fast übermenschliche, göttliche Dimensionen hat. Als Bach das Werk gegen Ende seines Lebens zusammenstellte, konnte er nicht auf eine Aufführung hoffen. Es ist erstaunlich, dass ein lutherischer Komponist, der mehr als 200 Kirchenkantaten für Gottesdienste komponiert hatte, sich die Aufgabe stellte, eine vollständige lateinische Messe (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei) zu komponieren. Bach hatte 1733 eine Missa (Kyrie und Gloria) für den katholischen Hof in Dresden komponiert. Dabei hatte er teilweise auf ältere Werke zurückgegriffen, die er abwandelte, zum Beispiel entwickelte er aus dem ersten Chorsatz der Kantate zur Ratswahl 1731 "Wir danken dir, Gott, wir danken dir" (BWV 29) das "Gratias" des Gloria, der auch das Thema Dank behandelt. Mehr als zehn Jahre später fügte er diesem ersten Band, Missa, drei weitere hinzu, um den gesamten Messetext zu vertonen. Dabei kombinierte er frühere Musik mit kühnen neuen Kompositionen, in die er die alten Themen des Gregorianischen Gesangs einarbeitete. Im Zentrum der Architektur steht der Satz "Crucifixus", der sich an "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" (BWV 12) anlehnt, komponiert bereits 1714 in Weimar. Unmittelbar zuvor steht "Et incarnatus est", das zu Bachs letzten Kompositionen gehört. Das einzigartige Werk fasst Bachs persönliches Glaubensbekenntnis zusammen und wurde als "Kathedrale in Klang" bezeichnet.

 

Die Chöre feierten mit dem Konzert ihre Jubiläen: der Chor St. Martin wurde vor 40 Jahren gegründet, die Martinis vor 25 Jahren.

 

 



 

Lange haben Kantor Franz Fink und die Sängerinnen und Sänger beraten, ob die Chöre sich dieses Meisterwerk zutrauen können, dann wurde beschlossen, es zu wagen. Die Chöre haben Erfahrung mit Bachs Musik. 1998 sang der Chor St.Martin seine Matthäuspassion und im Jubiläumsjahr 2000 im Rahmen der Idsteiner Bach-Tage 2000 Bachkantaten, unter anderm "Wir danken dir, Gott, wir danken dir". 2009 sangen die Chöre gemeinsam erneut die Matthäuspassion. 2010 gestalteten die Martinis einen Kantatengottesdenst mit Brich dem Hungrigen dein Brot (BWV 39). Auf die Koloraturen der h-Moll-Messe bereiteten sich die Chöre in Händels Messiah 2011 vor.

 



Chorwochenende 30. Juni 2013 (Bild: AMP)

Am Chorwochende im Juni probten zunächst am Samstag alle acht Stimmgruppen einzeln. Am Sonntag galt die Aufmerksamkeit den Sätzen des Credo.



Beim dritten Chorwochenende gab es einen Durchlauf des gesamten Werkes.